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Chaos an der S-Bahn

Gestern abend sind Michi und ich in ein absolutes KVV-Chaos geraten.

Aufgrund einer Oberleitungsstörung konnten keine Stadtbahnen und Trams mehr über die Durlacher Allee in Richtung Stadtmitte bzw. Richtung Durlach und Durlacher Bahnhof fahren, d.h. auch die Fernverbindungen »Heilbronn – Achern« und »Bietigheim-Bissingen – Wörth« sind zum Erliegen gekommen.

Das ärgerliche daran war nicht, dass eine Störung vorlag – dafür kann niemand was (außer dem verursachenden LKW-Fahrer vielleicht) – sondern wie die KVV an der Stelle mit den wartenden Kunden umgegangen ist:

  • Obwohl die Störung laut Polizeibericht schon um 17.00 Uhr eingetreten war, sah es noch um 17:30 Uhr so aus, als habe die Bahn „normale“ Verpätungen. Auch die Anzeigetafeln sagten nichts Gegenteiliges
  • Erst um ca. 17:50 Uhr wurde auf gleicher Tafel ein Hinweis auf eine Störung ausgegeben und die Fahrgäste gebeten an der Bushaltestelle auf Ersatzbusse zu warten
  • Es gab nur einen Ersatzbus, der aus der Stadt kam und auch dorthin zurückfuhr.
  • Es gab keine Information, wie jetzt die Fahrgäste die auf die S4 (Richtung Bretten, Heilbronn) und die S5 (Richtung Pforzheim, Mühlacker, Bietigheim-Bissingen) warten, mit Ersatz versorgt werden sollen
  • Aufgrund der Desinformation liefen wir mehrfach planlos zwischen Bahnsteig und Busteig hin und her
  • Obwohl mehrfach angezeigt wurde, dass man auf Durchsagen achten sollte, gabe es einfach keine
  • Um ca. 18:15 Uhr kam dann eine einzelne Durchsage, dass auf einem unüblichen Gleis eine S4 nach Grötzingen einfahren werde: Es erfolgte aber keine Information, wie mit den auf die S5 wartendenden Fahrgäste verfahren werden soll
  • Ortsfremde hätten mit der Ansage gar nichts anfangen können, da nichts darüber aussgesagt wurde, wie es denn dann weitergeht – wenn man »Grötzingen« als Ortsfremder denn überhaupt geografisch zuordnen kann

Wir (Michi und ich) sind dann einfach in die S4 eingestiegen, in der Hoffnung, dass es in Grötzingen irgendwie weitergeht. In Grötzingen stand dann auch eine S5 bereit, die wieder zurück Richtung Bietitgheim-Bissingen fuhr, so dass wir dann statt ursprünglich um 18:00 Uhr um 19:00 Uhr zu Hause waren.

Fazit:

  1. Schlechte Koordination des Ersatzverkehrs
  2. Sehr schlechte Kundeninformation während der Störung.
  3. Es stand kein KVV-Mitarbeiter für Fragen zur Verfügung.
  4. Als „Kunde“ fühlte man sich alleine gelassen. Kein weiß etwas genaues – jeder spekuliert

Schulnote 5-

Autofreie Mobilität

Was der Ecki mit seinem Fernseher vorhat, wollen wir mit dem Auto schaffen…

Angeregt durch die „Sommercard“ des KVV, mit der man vom 1. Juli bis zum 31. September für 90 EUR im gesamten KVV Netz fahren kann (eine vergleichbare Monatskarte würde knapp 120 EUR/Monat kosten) und den derzeitig hohen Benzinkosten möchten wir versuchen, zunächst drei Monate lang auf das Auto zu verzichten.

Mit diesem Langzeitexperment möchten wir austesten, ob es möglich ist, langfristig sogar ganz auf das Auto zu verzichten. Daher werden etwaige Einsätze des Autos vorher wohlüberlegt und hoffentlich eine absolute Ausnahme sein. Sollten wir das Auto doch mal einsetzen, werden wir uns notieren, wann und wofür wir es gebraucht haben.

Aufgrund des erstklassigen öffentlichen Personennachverkehr in und um Karlsruhe – ich komme per Bahn und Bus an der Arbeit direkt vor die Tür – kann ich für den täglichen Arbeitsweg auf das Auto komplett verzichten.

Für alles andere (Einkäufe usw.) müssen wir ggf. die eine oder andere logistische Hürde meistern – aber auch hier sehe ich keine unüberwindbaren Hindernisse, um aufs Auto zu verzichten. Ggf. müssen wir für bestimmte Wege einfach ein klein wenig mehr Zeit einplanen und sind etwas weniger flexibel.

Aber das ist alles eine Frage der Planung.

Heute nachmittag werde ich mir erstmal das oben genannte Ticket in der KVV-Geschäftsstelle kaufen und das Experiment „Car(e)less Summer“ starten. Wir halten Euch auf dem Laufenden.