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Das nervt

Strafminderung bei Geständnis

Aufgrund eines Vorfalls, den Michi und ich vorgestern abend im Radio gehört haben, bin ich der Überzeugung, dass nicht alle Strafdaten es wert sind, dem Angeklagten beim Geständnis seiner Tat Strafminderung einzuräumen.

Auslöser war ein Bericht über einen Mann, der im Zeitraum von über drei Jahren seine (beim ersten Mal 14-jährige) Stieftochter mehrere Male in der Woche (!!!) sexuell mißbraucht hat.

Da fehlt mir jegliches Verständnis warum man jemanden, der als Wiederholungstäter einem Menschen auf schrecklichste Art die Kindheit, wenn nicht sogar das ganze Leben weggenommen hat, auch noch „belohnt“ wird, dass er die Tat gestanden hat.

In meinen Augen ist es für den Strafrahmen irrelevant, ob er das ganze nun noch zugegeben hat oder nicht. Zumindest bei Wiederholungs-/Serientäter, deren Schuld ohnehin eindeutig bewiesen ist.

Diese Belohnung mag bei „kleinen“ Straftaten meinetwegen bei sogenannten „Ausrutscher“, wenn der Angeklagte augenscheinlich die Tat wirklich bereut sinnvoll sein, aber oben genannter Fall fällt meines Erachtens wohl kaum in diese Kategorie.

Wie steht ihr dazu ? Rege Diskussion erbeten :-)

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Das nervt Feelings

Urteile – (nicht)hart – aber (un)gerecht?

Es gibt verschiedene Arten, die Zeit im Wartezimmer eines Arztes totzuschlagen. Ich nehme mir immer die Zeitschriften vor. Selten findet man was wichtiges, meist nur Klatsch und Tratsch.
Aber heut bin ich auf einen sehr interessanten Artikel gestoßen.

Die Überschrift lautet: Wie würden sie urteilen?

10 Verbrechen wurden aufgelistet, weiter unten konnte man dann die dazugehörigen Urteile lesen.

Als ich das so gelesen habe, wurde mir ganz anders. Ich konnte mir leider nicht alles merken, aber das Wichtigste ist doch in meinem Hirn geblieben. An einem Urteil konnte man nämlich erkennen, daß Kinderpornographie in unserer Gesellschaft scheinbar als Kavaliersdelikt betrachtet wird. Da wurde nämlich ein (ich glaub) Lehrer grade mal zu 6 Monaten auf Bewährung verurteilt, weil bei einer Wohnungsdurchsuchung knapp 4000 Bilder und anderes kinderpornographisches Material sichergestellt wurde.

Dann wurde ein arbeitsloser Mann, der 100Euro aus einer Kellnerbrieftasche stahl, zu 7 Monaten Haft OHNE Bewährung verurteilt.

Da fragt man sich doch, was sind 100 Euro im Vergleich zu vielen vielen unschuldigen Kindern???

Ein weiteres Beispiel, welches mich nur mit dem Kopfschütteln ließ: Mord bzw. Totschlag.
Ein Mann kommt in die Wohnung seiner frisch getrennten Ex. Es kommt zum Streit wegen einer Kleinigkeit. Der Mann zückt ein Messer und ersticht die Frau mit mehreren Stichen.
Urteil: 9 Monate
Eine Frau wird jahrelang von ihrem Mann geschlagen und aufs übelste mißhandelt. Er droht ihr immer wieder, wenn sie ihn verläßt, bringe er sie um. Eines Tages kam es wieder zum Streit mit Morddrohung, der Mann legt sich schlafen. Die Frau erschlägt ihm im Schlaf. Urteil für die Frau: 6 Jahre

Klar, keine Frage, die Frau hat natürlich nicht richtig gehandelt, Selbstjustiz ist keine Möglichkeit, aber warum um alles in der Welt bekommt der Mann, der seine Frau wegen einer Kleinigkeit ersticht nur 9 Monate?

Warum fallen Urteile nur so unterschiedlich aus?